Hygienebeauftragter im Rettungsdienst

Die aktuelle Situation:

In Deutschland erkranken jährlich 400.000 bis 600.000 Menschen an einer Krankenhausinfektion, rund 10.000 bis 15.000 Menschen versterben daran. Etwa ein Drittel dieser Infektionen könnte durch geeignete Maßnahmen im Sinne der Infektionsprävention vermieden werden.

Rettungsdienst und Krankentransport stehen an vorderster Front des Gesundheitswesens und bilden somit die direkte Schnittstelle zwischen Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen. Neben Notfallpatienten mit unklarem Hepatitis- und/oder HIV-Status, nehmen Infektionstransporte im Krankentransport immer mehr zu und stellen dadurch die Mitarbeiter in Rettungsdienst und Krankentransport vor immer größer werdende Herausforderungen. Aus der Unsicherheit der Mitarbeiter im Rettungsdienst resultierten in den vergangen Jahren teilweise übertriebene Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Der soziale Schaden, der hieraus für den Patienten entstehen kann, wiegt möglicherweise schwerer als der Mehrwert an Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Der staatlich geprüfte Desinfektor:
Die Ausbildung zum staatlich geprüften Desinfektor ist in Deutschland schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Die Mindestdauer der Ausbildung beträgt 130 Stunden (i.d.R. vier Wochen) und gliedert sich in theoretischen und praktischen Unterricht. Desinfektoren wirken im Auftrag von Ärzten oder anderen befugten Fachpersonen durch Beratung und Durchführung von Desinfektions- und Sterilisationsmaßnahmen an der Gesundheitsvorsorge, der Gesundheitshilfe, der Epidemiologie und der Verhütung sowie Bekämpfung von Gesundheitsgefährdungen und Krankheiten mit. Weiterhin sind sie befugt, behördlich angeordnete Desinfektionsmaßnahmen gemäß § 18 - Infektionsschutzgesetz (IfSG) durchzuführen. Die Ausbildung wird an Ausbildungsstätten für Desinfektoren durchgeführt, die staatlich anerkannt sind. Staatlich anerkannte Desinfektoren sind verpflichtet, im Abstand von regelmäßig drei, höchstens vier Jahren an einer Fortbildung einer der staatlich anerkannten Ausbildungsstätten teilzunehmen. Die Fortbildungsveranstaltung dauert drei Tage und besteht aus theoretischem Unterricht und praktischen Unterweisungen.

Der Hygienebeauftragte im Rettungsdienst:
Um den immer größer werdenden Anforderungen der Hygiene und des Infektionsschutzes im Rettungsdienst und Krankentransport gerecht zu werden, wurde das Konzept zur Weiterbildung zum Hygienebeauftragten im Rettungsdienst entwickelt. Es umfasst 40 Unterrichtseinheiten und befasst sich ausschließlich mit dem Thema „Hygiene und Infektionsschutz im Rettungsdienst“.
Die Weiterbildung zum Hygienebeauftragten im Rettungsdienst ersetzt jedoch nicht die erforderliche Vorhaltung eines Desinfektors.  

Wer ist die Zielgruppe für die Weiterbildung?
Im Rettungsdienst und Krankentransport werden Desinfektoren auch meist als Hygienebeauftragte bezeichnet. Die Ausbildung zum staatlich geprüften Desinfektor ist in der Regel nur sehr allgemein gehalten, da die Lehrgänge häufig von Teilnehmern verschiedener Berufsgruppen (Alten- und Pflegeheime, Justizvollzugsanstalten, Wäschereien, Krankentransport- und Rettungsdienste etc.) besucht werden und praxisbezogener Unterricht aus diesem Grund meist nicht möglich ist. Um ein besseres und transparenteres Hygienemanagement im Rettungsdienst zu gewährleisten, empfiehlt sich die Weiterbildung zum Hygienebeauftragten im Rettungsdienst.

Teilnehmerkreis:

  • Betriebssanitäter
  • Desinfektoren
  • Lehrrettungsassistenten
  • Rettungsassistenten  
  • Rettungssanitäter


Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es?
Grundlage des Lehrplanes sind die Richtlinien für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Institutes (RKI) sowie einschlägige Gesetze (z.B. Infektionsschutzgesetz), Regelwerke der Berufsgenossenschaften und Arbeitsschutzrechtliche Vorschriften.

Aufgaben eines Hygienebeauftragten?

  • Ansprechpartner für die Mitarbeiter bei hygienerelevanten Fragen
  • Unterstützt den Desinfektors bei seinen Tätigkeit
  • Infektionsprävention,
  • Durchführung und Überwachung von Desinfektionsmaßnahmen,
  • Erstellung eines Hygieneplans und auf dessen Einhaltung bzw. Umsetzung achten
  • Durchführung von Mitarbeiterunterweisungen / Multiplikator im Bereich Hygiene und Infektionsschutz
  • Fungiert als Bindeglied zwischen Desinfektor, Mitarbeitern und Arbeitgeber


Aufbau und Inhalt der Fortbildung?

  • Folgende Themen werden u.a. behandelt:
  • Anforderung an die Personalhygiene
  • Aufbau und Funktion des Hygieneplans
  • Grundlagen der allgemeinen Infektionslehre
  • Grundlagen der Reinigung, Desinfektion
  • Infektionskrankheiten (inkl. Schutz- und Desinfektionsmaßnahmen)
  • Medizinprodukteaufbereitung
  • Rechtsgrundlagen der Hygiene
  • Wäscheaufbereitung von Arbeits- und Schutzkleidung


Eine Regelmäßige Pflicht-Fortbildung ist nicht erforderlich!

WICHTIG
Die Weiterbildung zur/zum Hygienebeauftragten im Rettungsdienst
ersetzt nicht die Fortbildung gemäß § 16 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Desinfektorinnen und Desinfektoren (APO-Desinf.).

Vorteile für den Mitarbeiter / Vorteile für den Betrieb?

  • Vermittlung von spezifischem Fachwissen / Grundkenntnissen im Bereich Hygiene und Infektionsschutz im Rettungsdienst in nur 5 Tagen
  • Der Desinfektor erhält eine praxisbezogene Vertiefung zu Hygiene und Infektionsschutz im Rettungsdienst  
  • Alternative zur Ausbildung zum Desinfektor (Ausbildungsdauer 130 Stunden, Abwesenheit des Mitarbeiters mindestens 3-4 Wochen)
  • Wichtige Funktion im Rahmen der Infektionsprävention und fungieren als Bindeglied zwischen dem Desinfektor, den Mitarbeitern sowie dem Arbeitgeber
 
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Kontakt:

Marion Heinen Seminarverwaltung

Tel.: 0211-3104-111

Fax: 02473-92720-27

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